Andere Länder – andere Sitten
Teil 3: Frankreich

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Überall auf der Welt essen die Menschen unterschiedlich. Mit den Händen oder mit Besteck? Auf dem Boden sitzend oder auf Stühlen? Laut oder leise? Wer sich nicht auskennt, kann sich da manchmal ganz schön wundern.
Dieses Mal werfen wir einen Blick zu unseren direkten Nachbarn nach Frankreich. Und obwohl die Entfernung relativ gering ist, gibt es doch einige wichtige Unterschiede beim Verhalten am Tisch und in Gesellschaft. Wir zeigen Dir, worauf Du achten musst:

Allgemein:
Im Vergleich zu uns sind die Franzosen echte Genussmenschen. Sie legen großen Wert auf gutes Essen und auf die Qualität der Lebensmittel. Frische Produkte vom Markt sind viel angesagter als bei uns und werden viel und gern gekauft. Regionale Spezialitäten wie z. B. Austern, Crêpes und guter Wein, die hier als etwas Besonderes gelten, sind in Frankreich ganz selbstverständlich.
Aber nicht nur die Zutaten sind wichtig, auch das Drumherum spielt eine wichtige Rolle. Höfliches Verhalten und ordentliche Kleidung sind ein echtes Muss. Wenn du viele höfliche Redewendungen wie z. B. Pardon (Verzeihung), s’il vous plaît (bitte) und merci (danke) benutzt, kann nicht mehr viel schiefgehen. Zur Kleidung erfährst Du gleich noch mehr …

Essen gehen in Frankreich:
Aufgepasst! Wer in Frankreich in einem guten Restaurant essen geht und sich einfach an einen Tisch setzt, fällt auf. Denn normalerweise weist der Kellner den Platz zu. Lockerer ist das Ganze natürlich in Cafés, Bars oder Touristenlokalen. Außerdem legen die Franzosen mehr Wert auf elegante Kleidung, selbst in der Freizeit. Leger oder sportlich ist dann eben elegant-leger oder elegant-sportlich. In einem Restaurant solltest Du also immer etwas schicker angezogen sein und Deine Hoodies auf jeden Fall im Schrank lassen.

Dann bei Tisch …
Man ruft nicht nach dem Kellner, sondern macht mit dezenten Zeichen auf sich aufmerksam. Bevor das Essen ausgewählt wird, gibt es meist einen Aperitif, während man in die Speisekarte guckt. Vor dem eigentlichen Essen gibt es dann oft noch einen kleinen Gruß aus der Küche, um den Appetit anzuregen (Amuse-Gueule). Generell solltest Du für das Essen im Restaurant mehr Zeit einplanen, als bei uns üblich. Denn selbst in gewöhnlichen Lokalen gibt es sehr gutes Essen, das in mehrgängigen Menüs serviert wird.
Und noch ein Wort zum Baguette, das ja oft klischeemäßig als französische Nationalspeise angesehen wird (ähnlich wie Froschschenkel, die heutzutage aber keiner mehr isst …). Obwohl in Frankreich wie bei uns natürlich auch mit Besteck gegessen wird, darfst Du das Baguette ruhig mit Deinen Händen abbrechen. Zweite wichtige Ausnahme: Anders als hier ist es üblich, nach dem Essen einen kleinen Anstandsrest auf dem Teller liegen zu lassen.

Der Franzose liebt nicht nur die gute Küche seines Landes, sondern hat generell einen sehr ausgeprägten Nationalstolz. Das solltest Du im Gespräch immer im Hinterkopf behalten und heikle Themen wie z. B. Politik bei Tisch am besten nicht ansprechen.

Zu guter Letzt
Wenn es Dir geschmeckt hat, solltest Du das auf keinen Fall mit der bei uns typischen Geste für „alles okay“ zeigen. Denn wer in Frankreich seinen Daumen und Zeigefinger zu einem Ring formt, während die anderen Finger abgespreizt werden, gibt dem Gegenüber zu verstehen, dass etwas Null Wert hat. Das kannst Du dann wahrscheinlich auch nicht mehr wieder gut machen, indem Du ein ordentliches Trinkgeld da lässt. 😉

Alles klar soweit? Dann wünschen wir Dir bon appétit (guten Appetit)!

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