Andere Länder – andere Sitten
Teil 2: Russland

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Überall auf der Welt essen die Menschen unterschiedlich. Mit den Händen oder mit Besteck? Auf dem Boden sitzend oder auf Stühlen? Laut oder leise? Wer sich nicht auskennt, kann sich da manchmal ganz schön wundern.
Dieses Mal geht es um russische Essgewohnheiten. Und obwohl es bei Tisch nicht allzuviele Unterschiede bei den Konventionen gibt, solltest Du ein paar wichtige Dinge doch kennen, damit das gemeinsame Essen ein Erfolg wird.

Einladen in Russland

Deine russischen Freunde haben Dich zum Essen zu sich nach Hause eingeladen? Das ist super! Eine häusliche Einladung wird in Russland als eine große Ehre angesehen. Dementsprechend solltest Du Dich dann auch verhalten und Dich von Deiner besten Seite zeigen, um Deine Gastgeber nicht vor den Kopf zu stoßen. Da kann auch ein passendes Gastgeschenk nicht schaden. 😉
Wenn ein Treffen erstmal weniger verbindlich sein soll, lädt man in Russland eher zum Essen außerhalb in ein Restaurant oder zum Imbiss ein. Apropos Restaurant: Wer schick essen geht, sollte das auch mit seiner Kleidung zeigen. Obwohl zweckmäßige Kleidung im Alltag durchaus akzeptiert wird, ist hier ein formeller oder konservativer Stil angesagt.

Dann bei Tisch …

Hast Du als Kind auch gehört, dass der Teller schön leergegessen sein soll, damit am nächsten Tag gutes Wetter ist? Dann aufgepasst! Denn mit dieser Einstellung droht Dir an einem russischen Esstisch schnell die absolute Völlerei. Warum? Weil es sich in Russland für gute Gastgeber gehört, einen leeren Teller oder auch ein leeres Glas umgehend wieder zu füllen. Wer satt ist, lässt also besser ein paar Reste auf dem Teller. Und das gilt natürlich auch, wenn man genug Alkohol getrunken hat. Denn in Russland ist es durchaus üblich, zu einem guten Essen auch ausgiebig zu trinken.

Außerdem wichtig für Deine Planung: Ein typisches russisches Essen besteht aus vier Gängen. Wer also bereits bei der Vorspeise und Suppe reichlich zugelangt hat, läuft Gefahr, den Hauptgang oder das Dessert nicht mehr entsprechend würdigen zu können. Und das kommt gar nicht gut an.

Zu guter Letzt

Auch wenn sonst wenig Fettnäpfchen drohen und es bei Tisch für uns kaum ungewohnte Konventionen gibt, sollte man sich nicht beim Essen schnäuzen. Das gilt übrigens nicht nur bei Tisch, generell wird Naseputzen in der Öffentlichkeit als unhöflich angesehen. Lass Deine Taschentücher also lieber stecken, bis Du an einem geeigneten Ort bist.

So, dann kann es jetzt losgehen und wir wünschen Dir priyatnogo appetita (guten Appetit)!

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